Welche Kabel brauche ich? Welches Kabel wofür?
Beim Öffnen der Projektorverpackung fällt einem zunächst eine Menge verschiedenster Kabel entgegen. Doch welche Kabel werden wirklich gebraucht? Und vor allem welches Kabel für welchen Einsatz? Diese Verwirrung ist nicht verwunderlich, gibt es doch sehr viele verschiedene Projektorkabel. Im folgenden werden die wichtigsten Typen erklärt:
1. Computer-Bild Kabel Das Kabel, das das Bild vom Computer zum Projektor überträgt, wird im Allgemeinen als VGA-Kabel bezeichnet. Andere Bezeichnungen sind: RGB (Rot, Grün, Blau), 15-pin oder Analog-Computer-Kabel. Angeschlossen wird dieses Kabel am Computer-Eingang des Projektors sowie am Monitor-Ausgang des PCs oder Laptops. Die Stecker dieses Kabels haben meistens eine D-Form mit drei Reihen zu je fünf Pins (PC) bzw. zwei Reihen mit 7 und 8 Pins (Mac). Projektorseitig ist der Standard ein 15-poliges Sub-D Stecker. Herstellerspezifische Steckverbindungen sind hier möglich, kommen jedoch nur selten zum Einsatz.
2. Computer-Audio Kabel Das Audio-Kabel übermittelt - wie der Name schon sagt - das Tonsignal vom Computer zum Beamer. Es besitzt meist an beiden Enden identische Stecker, wie man Sie von z.B. Kopfhörern gewohnt ist. Es handelt sich hierbei um sogenannte Mini- oder 3,5mm-Klinken-Stecker. Viele Projektoren haben diesen Anschluss, da bei Ihnen ein Lautsprecher integriert ist. Ausnahmen sind natürlich die extrem kleinen portablen Modelle, bei denen der Platz und das Gewicht für einen Lautsprecher eingespart wurde. Die Möglichkeit, Ton über den Projektor wiederzugeben, belebt Ihre Präsentationen indem bestimmte wichtige Punkte nicht nur visuell betont werden. Für Kinofeeling ist die Klangqualität der integrierten Lautsprecher jedoch meist leider nicht ausreichend.
3. Computer-Maus Kabel Das Mauskabel ist mit Sicherheit eines der Kabel, die am meisten Verwirrung stiften. Es ist nicht - wie oft vermutet - dazu gedacht, das Menü des Projektors fernzusteuern. Es wird benötigt, wenn Sie mit der Fernbedienung des Projektors den Mauszeiger auf Ihrem PC steuern wollen. Auch hier gibt es diverse verschiedene Steckerformen. Am Projektor sind diese oftmals abhängig vom Hersteller. Am PC wird das Kabel an einen der gewohnten Anschlüsse gesteckt: USB, PS/2 oder seriell.
Unter bestimmten Umständen kann es passieren, dass beim Anstecken des Beamers die normale PC-Maus deaktiviert wird. Sie können dann jedoch die Fernbedienung als Maus verwenden.
Wenn Sie das Anschlussfeld Ihres Projektors betrachten, werden Sie relativ schnell feststellen, dass sich dort im Vergleich zum PC-Anschluss relativ viele Video-Anschlüsse befinden. Jeder dieser Anschlüsse wird zwar ein Bild produzieren, jedoch in sehr unterschiedlicher Qualität. Es gilt: je mehr Drähte zur Übermittlung des Bilder genutzt werden, desto besser wird auch die Bildqualität.
4. Composite Video / Video-Y
Composite Video (auch Video-Y) ist eine häufig genutzte Verbindungsart. Typisch für diesen Anschluß ist die gelbe Cinch-Buchse am Anschlusspanel. Composite Video ist die einfachste Verbindung auf dem Markt: alle Bild-Daten werden über ein einziges Kabel geschickt. Hierunter leidet dann alllerdings auch die Bildqualität.
Ein Monitor oder Projektor benötigt fünf Signale um ein Bild darzustellen: Horizontalen und vertikalen Sync sowie die Angabe, wieviel Rot-, Grün, Blau-Anteile in einem Bild vorhanden sind. Werden alle diese Informationen nun gemischt über ein Kabel gesendet, so muss der Projektor wieder jedes Einzelsignale extrahieren. Man denke z.B. nur daran, wie schwer es ist, aus einer gemmischten Farbe in einem Farbeimer auf die Einzelfarben zurückzuschließen. Die Bilddarstellung muss also mit einer Qualitätsminderung auskommen.
5. S-Video Um den bei Composite Video entstehenden Verlusten entgegenzuwirken, wurde der S-Video Standard eingeführt. Durch die Verwendung einer vierpoligen Verbindung können die Signale auf zwei Leitungen verteilt werden: eine Leitung für die Sync-Signale, die zweite Leitung für die Farbinformationen.
Auch wenn dies nicht nach einer großen Änderung klingt, so bringt dieses Verfahren dennoch faszinierende Besserungen der Bildqualität.
6. Component Video Projektoren, die Ihren Haupteinsatz im Heimkinobereich sehen, haben meistens noch ein weiteres Steckfeld: Pb/Cb und Pr/Cr. Kombiniert mit der Video-Y-Verbindung teilen diese zwei zusätzlichen Anschlüsse das Bild auf drei Leitungen auf und verbessern das Bild dadurch noch einmal merklich. Farblich gekennzeichnet ist diese Verbindung durch blaue bzw. grüne Cinch-Buchsen. Es kann jedes normale Cinch-Kabel verwendet werden.
Ein großer Vorteil dieser Verbindung ist, dass auch hochauflösende Bilder und Videos mit einer sehr guten Qualität übertragen werden. So können zum Beispiel alle zur Zeit gültigen HDTV-Standards über eine solche dreifach-Verbindung übertragen werden.
7. SCART
Scart ist die einfachste und bequemste Kabelverbindung für Heimkino-Geräte. Die Bezeichnung stammt von den französischen Fernsehgeräteentwicklern "Syndicat des Constructeurs d'Appareils Radiorecepteurs et Televiseurs". Angefangen in den 70er Jahren setzte sich Scart mit der Zeit immer mehr durch, so dass heute an fast jedem Gerät eine solche Buchse zu finden ist. Die 21-polige längliche Steckerform nimmt gleichzeitig alle benötigeten Signale (Audio, Video, RGB und Daten) auf und erspart dem Nutzer somit das umständliche Anschließen der vielen Einzelstecker.
Eine Auffälligkeit am SCART-Anschluß ist die Integration von Datenübertragung: über die hiferfür vorgesehenen vier Leitungen können beispielsweise Fernseher und Videorecorder miteinander kommunizieren, so dass auf Knopfdruck das aktuell eingeschaltete Fernsehprogramm aufgenommen wird. Richtig funktionieren tut dies in der Praxis jedoch leider oft nur bei Geräten gleichen Herstellers.
Dadurch, dass alle Signale in ein dickes mehradriges Kabel gequetscht werden, kommt es natürlich zu Problemen in der Übertragung. Billige Kabel sind schlecht geschirmt, die Signale der einzelnen Leitungen übertragen sich auf benachbarte Adern - es kommt zum sogenannten "Übersprechen", wodurch Bild und Ton leiden. Abhilfe schaffen meist teurere Kabel mit besserer Abschirmung.
Sollten Sie an ihrem Gerät keinen SCART-Anschluss finden können (wie z.B. bei Beamern oft der Fall), so sind im Fachhandel natürlich entsprechende Adapter verfügbar, die die einzelnen Leitungen des SCART-Kabels wieder in getrennte Kabel für Ton, Bild aufsplitten.